Leistungsdiagnostik

Trainingssteuerung über wissenschaftliche Erkenntnisse

Der Servicebereich „Leistungsdiagnostik / Trainingswissenschaft“ bietet Trainern und Sportlern vielfältige Unterstützungsmöglichkeiten aus allen sportwissenschaftlichen Bereichen. In der Leistungsdiagnostik können komplexe sportliche Leistungen aufgeschlüsselt und im Detail objektiviert werden. Schwerpunkte der Betreuung sind die physiologische und die biomechanische Leistungsdiagnostik.

In der physiologischen Leistungsdiagnostik stehen der menschliche Organismus und die zur Leistungserbringung notwendigen Stoffwechselprozesse im Mittelpunkt des Interesses. Mithilfe von Methoden zur Bestimmung von physiologischen Parametern der Beanspruchung (Herztätigkeit, Blutwerte, Atemgaswerte) kann die Leistungserbringung objektiviert und Stärken und Schwächen von Sportlern genau identifiziert werden. Ziel ist es, Trainern und Sportlern möglichst genaue Hinweise zur aktuellen Entwicklung zu geben und die Belastungsgestaltung im weiteren Training aus physiologischer Sicht zu optimieren.

Die Biomechanik beschäftigt sich mit den mechanischen Aspekten von Bewegungen und Kraftleistungen. Es werden u. a. Positionen, Zeiten, Geschwindigkeiten und Beschleunigungen sowie Kräfte und Momente gemessen oder berechnet und lassen so Einblicke zu, die selbst dem geschultesten Trainer-Auge verborgen bleiben. Sowohl besondere Potentiale wie auch individuelle Defizite in der Bewegungsausführung von Sportlern können so erkannt werden. Auch hier besteht das Ziel wiederum in einer individuellen Optimierung der Bewegung des einzelnen Sportlers. Grundsätzlich wird eine langfristige, kontinuierliche leistungsdiagnostische Betreuung der Sportler angestrebt. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit der Leistungsdiagnostiker mit den Sportlern und deren Trainern ist dafür die wichtigste Grundlage.

Leistungsdiagnostik Rudern

Beim Rudern werden sehr engmaschig physiologische und biomechanische Tests sowie trainingsbegleitende / trainingsunterstützende Maßnahmen eingesetzt.

Zur punktgenauen individuellen Steuerung des Ausdauertrainings und intensiver Trainingseinheiten eines jeden Athleten werden in Abständen von 6-10 Wochen Laktatstufentests auf dem Ruderergometer durch Leistungsdiagnostiker der Olympiastützpunkts durchgeführt. Der typische Testablauf sieht mehrere aufeinander folgende Stufen mit ansteigender Belastung vor, die nur durch kurze Pausen zur Blutentnahme unterbrochen werden. Die Herzfrequenzen der Sportler werden kontinuierlich aufgezeichnet. Submaximale Tests erstrecken sich über drei bis fünf Stufen, sogenannte Ausbelastungstests gehen bis zum Belastungsabbruch durch den Athleten.

Nach Analyse der Blutwerte und der Herzfrequenzaufzeichnungen erfolgt eine trainingswissenschaftliche Auswertung, an deren Ende die Diskussion des Leistungsdiagnostikers mit dem Trainer steht. Dort findet eine Einschätzung und Einordnung der Leistungsfähigkeit des Athleten statt und es werden u.a. individuelle Trainingsintensitäten festgelegt.

Messbootdiagnostik im Rudern

Das Messboot ist ein ruderspezifisches Diagnostikinstrument, das eigens zur Verbesserung der technischen Leistungen im Rudersport entwickelt wurde. Messbootdiagnostik heißt für den OSP-Diagnostiker unzählige Stunden im Messboot zu sitzen, um biomechanische und technische Kenngrößen zu erfassen und zu überprüfen. Anschließend besteht die Aufgabe darin, den Sportlern und deren Trainern ein qualifiziertes Feedback über den Stand ihrer individuellen Technik, den Umgang mit dem Boot und das Zusammenspiel zwischen den Athleten zu geben. Dieses Techniktraining dient der Optimierung der Bootsbesetzungen und zählt neben den Ausdauer- und Krafttests zu den Stellschrauben im täglichen Trainingsprozess und trägt somit zu den großen Erfolgen der international erfolgreichen Spitzenathleten bei. Die Messbootdiagnostik als Steuerungsmittel ist nicht mehr aus dem Rudern wegzudenken.

Ihre Ansprechpartner

Dr. Stefan Weigelt
Leistungsdiagnostik / Biomechanik
Ulf Stening
Leistungsdiagnostik / Physiologie
Dr. Tobias Alt
Leistungsdiagnostik / Biomechanik
Christina Fercher
Trainingswissenschaftlerin / Video Team
Torsten Lubeseder
Trainingswissenschaftler / Video Team